Schultereckgelenk

Einleitung
Das Schultereckgelenk ist ein straffes Gelenk zwischen dem Schlüsselbein (Clavicula) und dem Schulterdach (Acromion), es hat sich dafür die Kurzbezeichnung AC-Gelenk eingebürgert. Neben straffen Bändern umfasst das Gelenk eine Scheibe aus Faserknorpel. Schädigungen des Schultereckgelenkes treten oft bei Unfällen mit direkter Schulterprellung auf, wie sie etwa beim Radfahren oder Eishockeyspielen vorkommen. Je nach Anzahl der gerissenen Bänder treten größere oder kleinere Verschiebungen im Schultereckgelenk auf, welche in 5 Stadien eingeteilt werden können. Die Entscheidung, ob operativ oder konservativ vorgegangen wird, ist nach sorgfältigem Abwägen der Verletzungsart und der Ansprüche des Patienten vorzunehmen. Die Verletzungsgrade I und II (nach Rockwood) können normalerweise konservativ behandelt werden, während Typ IV und V operativ behandelt werden sollte und beim häufigen Typ III von Fall zu Fall abgewogen werden muss. Neben Schädigungen durch Unfall ist am AC-Gelenk auch ein Gelenkverschleiß (Arthrose) oft zu beobachten und kann Ursache von hartnäckigen Schulterschmerzen sein.

Operationsprinzip
Falls eine operationswürdige Verletzung des Schultereckgelenkes besteht,
wird durch ein geeignetes Operationsverfahren (Schraube, Schlinge aus kräftigem Fadenmaterial etc.) die anatomische Relation zwischen Schulterdach und Schlüsselbein bis zur Heilung der Bänder wiederhergestellt. Da in vielen Fällen jedoch die Knorpelscheibe im AC-Gelenk irreversibel geschädigt und zerrissen ist, können auch bei einem korrekt reponierten Gelenk im weiteren Verlauf Schmerzen auftreten und sich eine Arthrose entwickeln. Bei veralteten Verletzungen ist zu entscheiden, ob ein Ausfräsen des Schultereckgelenkes, welches in arthroskopischer Technik ohne weiteres möglich ist, genügt, oder ob auch eine zusätzliche Bandrekonstruktion mittels Sehnenentnahme vom Oberschenkel (Semitendinosus) notwendig ist.

Nachbehandlung
Bei operativer Rekonstruktion des AC-Gelenkes soll wie immer nach den Vorgaben des Operateurs vorgegangen werden. In der Regel wird der Arm in den ersten 4 Wochen mit der Schulterbandage weitgehend ruhiggestellt, in den zweiten 4 Wochen erfolgt die Schultermobilisation bis zur Horizontalen ohne Belastung. Falls eine Schraube eingesetzt wurde, kann diese nach 3 Monaten entfernt werden, nun ist die volle Mobilisation und Kräftigung der Schulter möglich. Wenn hingegen nur arthroskopisch das Schultereckgelenk ausgefräst wurde, kann die Schulter nach Abklingen der initialen Schmerzphase sofort voll aktiv und assistiv (unterstützt) mobilisiert und gekräftigt werden.

Erfolgsaussichten
Auch hier kann in einer Großzahl der Fälle mit einem guten Operationserfolg gerechnet werden. Falls am äußeren Ende des Schlüsselbeines ein Stück Knochen entfernt wurde, treten dadurch normalerweise keine Funktionsstörungen auf. Wichtig ist es, den schmerzhaften Kontakt der beiden Knochenstrukturen zu vermeiden und eine genügende Stabilität zwischen dem Schlüsselbein und der Basis des Rabenschnabelfortsatzes des Schulterblattes durch ein geeignetes Rekonstruktionsverfahren wiederherzustellen.